Besuch der photo18

Besuch der photo18

Besuch der photo18

 

Per Zufall habe ich in den Onlinemedien von der photo18 erfahren – die grösste und wichtigste Werkschau für Fotografie der Schweiz.
Ich war sofort fasziniert, vor allem von den angepriesenen Seminaren. Über fünf Tage verteilt bot die photo18 ein riesiges Programm der photoschool mit Profireferenten an.

Genau da wollte ich hin! Junior durfte den Sonntag beim Gotti verbringen, und ich stellte mir das Seminarprogramm zusammen. Gar nicht so einfach – wer die Qual hat, hat die Wahl! Mir fällt Hermine aus Harry Potter ein, welche Dank einem Zeitumkehrer mehrere Kurse „gleichzeitig“ besuchen kann.

 

Ein Bünzliaargauer wie ich plant viel Zeit für die Anfahrt ein, und promt bin ich zu früh. Deshalb schlendere ich gemütlich zum Bahnhof und beobachte amüsiert ganze Gruppen von Fotografen, die wahrscheinlich einem Verein angehören. Der Bahnhof Oerlikon wird zur filmreifen Kullisse, und mitgebrachte Begleiterinnen schmeissen sich als Models auf der Bahnhofstreppe in Pose.

Ich entdecke ausserhalb des Bahnhofes eine faszinierende Feuertreppe, und grinsend über mich selber zücke ich meinen Fotoapparat.

Feuertreppe beim Bahnhof Oerlikon

 

Seminare

Die Seminare finden im oberen Stock der Halle Stage One statt. Die ganze Messeorganisation wirkt sehr strukturiert und durchgeplant, an Bildschirmen orientiert man sich über den gesuchten Seminarort.

Seminarräume Stage One

 

Sonst ist es noch sehr ruhig, und gespannt mache ich mich parat für den ersten Vortrag: Kreative Portraitfotografie. Der Referent begrüsst uns und verkündet stolz, er zeige nun nicht 110 Portraits, sondern 124! Uff… wird das nicht langweilig?

Oh nein, im Gegenteil! Die Stunde ist viel zu schnell vorbei, und ich könnte noch einmal 124 Fotos vertragen. Mit enorm viel Witz wurden Politiker, Sportler und andere Berühmtheiten abgelichtet; tolle Fotos noch und noch, obwohl die Locations teilweise mehr als stier waren.

 

Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit Foodfotografie. Eine kleine Zeitreise zeigt die Entwicklung der letzten Jahrzehnte auf. Ich merke, dass ich auf dem richtigen Weg bin – und dass Junior Robin fürs Storytelling der perfekte Partner ist!

 

Bald geht’s los mit dem nächsten Kurs: Instagram. Damit kann man Fotos teilen und so Follower finden – für viel mehr reicht mein Vorwissen nicht…

Wir erhalten einen Einblick in dieses Social Media Tool und erhalten viele Tipps, um senkrecht starten zu können. Es reizt mich – aber hier braucht es noch viel Vorarbeit von mir. Vor allem muss ich mich für einen Stil entscheiden. Wer mich kennt weiss: vergiss es! Grins…

 

Das vierte und für mich letzte Seminar findet am Abend statt. An die Fotografie mit Blitzlicht habe ich mich bis jetzt nicht gewagt, und so hoffe ich auf gute Basictipps. Ich musste mich zwischen zwei ähnlichen Seminaren entscheiden, die zeitgleich stattfinden.

Ich vermute, der andere Kurs ist auch toll – für mich ist der Basic-Kurs perfekt. In diesem Kurs gibt es nicht nur einen Präsentation, sondern wir Teilnehmer können uns sehr stark beteiligen. Es wird geblitzt, gerechnet, technische Grundlagen repetiert und erklärt, Fotos gemacht, angeschaut, verglichen und verbessert.

Jetzt fehlt nur noch das passende Kleingeld für die Blitzausrüstung….

 

Ausstellung

Die Fotografien sind auf zwei Hallen aufgeteilt. Im Stage One gibt es eine kleinere Auswahl, zusätzlich werden Internetauftritte, zum Beispiel von Bloggern, präsentiert.

Ausstellung photo18

 

Der Stand eines Fotodruckservice fasziniert durch 3D-Abbildungen der Modelle und einem riesigen Fotobuch.

Riesiges Fotobuch photo18
Riesiges Fotobuch photo18

 

In der Halle 622 sind die Werke von 200 Fotokünstlern auf Styroporblöcken ausgestellt. Die Stile sind sehr unterschiedlich, Langeweile kommt auch beim hundertsten Bild nicht auf. Doch mit der Zeit habe ich den Eindruck, gewisse Motive fehlen: Es gibt eher wenig Makrofotografie, ebenso auch Blumen und Tiere. Ist das zu wenig künstlerisch? Auch Kinder fehlen – dabei würde ich eine lebhafte Kinderfotografie als sehr erfrischend bewerten. Überrascht bin ich auch, dass nur wenige künstlerische Fotomontagen präsentiert werden.

Ausstellung photo18

Viele Fotos finde ich toll, weil das Motiv einfach überwältigend ist: traumhafte, fremd anmutende Landschaften, oder Portraits von Menschen weit entfernter Kulturen. Das Fremde fasziniert und regt zum Nachdenken an. Das Bekannte, Vertraute, hat es daneben schwer, sich hervorzuheben.

 

Nach welchen Kriterien wählt die photo18 aus? Gibt es Trends? Ein Motto?

 

Werbung darf natürlich nicht fehlen… für die Messe selber sowie auch für die Fotografen und Künstler. Die Menge an Visitenkarten und Flyern ist gross!

Zeitungsartikel photo18

 

Nach sieben Stunden bin ich glücklich und etwas müde. Die Älplermagronen, die ich zum Mittagessen hatte, waren die schlechtesten ever: kalt, fad, zäh und gummig. Der Brownie zum Dessert hingegen kann mit den umliegenden Kunstwerken absolut mithalten.

Brownie zum Dessert

 

Die photo-Messe ist für Fotografen absolut empfehlenswert, vor allem die Seminare bieten eine hohe Qualität und umsetzbare Tipps und Infos innert kurzer Zeit.

Für die photo19 muss ich mir wohl eine Mehrtagesbetreuung für Junior organisieren…..

 

Fotografierst du gerne? Wie bildest du dich weiter?

Oder warst du auch an der photo18?



2 thoughts on “Besuch der photo18”

  • Der Bericht ist erfrischend geschrieben . Vielen Dank. Ich wusste gar nicht, dass es so eine Messe gibt. Instagram, keine Ahnung, schreibst Du mal über das Thema?
    Schön zu erfahren, dass auch andere das Problem von Konzentration und Motivation bei der Umsetzung von Vorhaben haben. Mir geht das regelmässig so. Da nehm ich mir vor, die ganze Spiegelreflexausrüstung mitzunehmen und dann kommt aus Bequemlichkeit doch nur die handliche Kleine mit. Die Produktion von Fotobüchern hinkt ebenso hintennach wie die Aktualisierung der eigenen Webseite.
    Manchmal frage ich mich, woher nimmst Du die Zeit. Aber bitte nicht nachlassen, ich lese gerne mit.
    Gruss Ernst

    • Lieber Ernst
      Schön von dir zu lesen! Vielen Dank für deine umfassende Rückmeldung samt Lob!

      Die Messe lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall: Als Inspiration, Austausch, Sichtweisen erweitern, Weiterbilden,… Termin der photo19 ist noch nicht im Internet, aber ich gehe davon aus, dass sie wieder im Januar statt findet.

      Mein Problem ist meistens, dass ich zuviel will – ich kann mich dann nicht entscheiden, welche Idee ich dann umsetze. Aber mein Tag hat leider, leider nur 24 Stunden.

      Ich habe eine handliche Systemkamera und bin sehr froh darüber! Bei der Entscheidung, welche Kamera und welches System, wusste ich bald, dass ich eine grosse und schwere DSLR viel zu wenig mittragen würde. Jetzt bleibt mir jeweils “nur” noch die Entscheidung der Objektive und Stativ….
      Und hey, besser “die handliche Kleine” als gar keine 🙂

      Fotobücher à la Andrea: Ein Riesenprojekt, das lange vor mich hergeschoben wird. Erfolgreicher bin ich im Moment mit der Methode, regelmässig (!) Fotos in 20 x 30 drucken zu lassen und in ein schönes, gebundenes Buch aus dem Künstlerbedarf zu kleben. So sind es kleinere Portionen. Ich habe sogar die letzten Tage Profifotodrucker im Netz angeschaut. Sauteuer und sehr verlockend.

      Der Tipp zu Instragram lautete: Nur ein Thema, eventuell zwei. Wer mehr verschiedene Themen hat, soll mehrere Accounts eröffnen. Doch der wichtigste Tipp lautete, regelmässig zu posten, am besten jeden Tag ein Bild. Tja, das zählt sich dann ganz schön.
      Aber wenn ich da mal weiterkomme, berichte ich gerne darüber!

      Nein, nein, ich werd’ nicht nachlassen. Du auch nicht, gell 😉
      Herzlicher Gruss
      Andrea

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.