Mit dem Wohnmobil ins Loiretal

Mit dem Wohnmobil ins Loiretal

7 Reisetipps

 

1 Reisezeit

Die Loire-Region ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert.

Stellplätze kannst du jederzeit nutzen, und sie sind in reicher Zahl vorhanden. Sie sind gut beschildert, und oft bieten sie auch eine eventuell nötige Versorgung wie Wasser, Abwasser und sogar Strom.
Je nach Region befinden sich die Stellplätze nahe an der Hauptstrasse, und sie sind gegen Abend plötzlich sehr rasch besetzt – auch in der Nebensaison!

Wenn du Campingplätze nutzen möchtest, bist du von der Reisezeit eingeschränkter. Die ersten wenigen Campingplätze öffnen ab dem 1. April. Diese befinden sich direkt an der Loire. Ein bisschen abseits stehst du oft vor verschlossenen Toren. Erst ab dem 1. Mai sind dann alle geöffnet. Ab dem 30. September ist die Saison wieder vorbei.

Während die Plätze im Frühling und Herbst oft beinahe leer sind, solltest du in den Sommerferien-Monaten Juli und August vorab reservieren.

Ähnliches gilt auch für den Besuch der Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Schlösser. Nur etwa 20% haben auch im Winter geöffnet.

Vor allem kleinere Campingplätze liegen wunderschön, direkt an der Loire, teilweise auch mit Blick auf charmante Städtchen oder prächtige Schlösser. Viele haben jedoch keine Bademöglichkeit. Nur schon deshalb ist eine Reise in der nicht so heissen Nebensaison empfehlenswerter.

 

2 Reisedauer

Natürlich ist es dir überlassen, wie lange du deine Reise machen möchtest. Ein paar Überlegungen möchte ich dir jedoch mitgeben:

Je nachdem, woher du anreist, benötigst du ein paar Stunden Fahrt. In der Nebensaison wirst du einige Minuten pro Zahlstelle verlieren, in der Hochsaison könnten sich jedoch auch grösserer Staus bilden.
Die kleinen Rastplätze entlang der Autobahn sind oft sehr schön gestaltet und bieten viel Natur, so dass man gerne ein bisschen länger die Beine vertritt.

Das Angebot in der Loireregion ist sehr gross: Wunderbare Natur mit einer wilden Flusslandschaft, Feldern, Wäldern, Seen, charmante Städte, eine grosse Zahl an prunkvollen Schlössern und eine weitere grosse Zahl an Museen, Ausstellungen und diverse Sehenswürdigkeiten.

Die Strassen sind zwar gut ausgebaut, die Fahrten benötigen jedoch viel Zeit (siehe nächster Abschnitt).

Deshalb empfehle ich dir mindestens eine Woche Reisezeit. Darunter kommt rasch das Gefühl auf, viel verpasst zu haben. Ab zwei Wochen kannst du sagen, du hättest wirklich etwas gesehen. Und wenn du vier Wochen gehen möchtest, wird es dir nie langweilig werden!

 

3 Fahrten

Autobahnen sind sehr angenehm zu befahren. Die meisten Strecken sind dreispurig gehalten, und es wird angemessen gefahren.

Mautgebühren sind für Wohnmobile relativ hoch, da die Abstufungen der verschiedenen Fahrzeugkategorien gross ist.
Ich empfehle dir eine Kreditkarte, denn die Zahlstellen sind unbedient. Und mit Bargeld bist du mit dem Wohnmobil schlichtweg auf der falschen Höhe: Die Geldautomaten sind tief unten für PW’s angebracht. Oben für höhere Fahrzeuge kannst du nur mit Kreditkarte bezahlen. Diese brauchst du nur an die Kontaktfläche zu halten. Wenn du eine Quittung benötigst, musst du den entsprechenden Knopf VOR dem Zahlvorgang betätigen.

Neben vielen Raststätten mit Tankstellen und Shops gibt es sehr viele kleine Rastplätze. Sie werden mit Aire de +Name bezeichnet. Diese sind oft sehr schön angelegt, zum Teil mit Spielplatz, einige sogar mit Waldanschluss.

Das Strassennetz ist gut ausgebaut, und im Loiretal kannst du auch auf Haupt- und Nebenstrassen ausweichen. Unterschätze jedoch nicht den Zeitbedarf. Auf Nebenstrassen bist du sehr gemütlich unterwegs, oft geht es durch Dörfer, oder du fährst Umwege. Ganz schnell benötigst du so für 100 Kilometer zwei Stunden.

Ich empfehle dir neben einem Navigationsgerät auch Strassenkarten. Die Wegweiser tragen oft nur die Bezeichnung der Strassennummern. Irrfahrten kann es da schon mal geben…

In den Städten gibt es oft viel Verkehr und somit Staus, ebenso auch in den Industriegebieten vor den Städten.

 

4 Schlösser

Das Loiretal ist bekannt für seine vielen und prächtigen Schlösser. Von den über 400 Schlössern sind 134 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Bei dieser grossen Zahl empfehle ich dir, vorab Gedanken zu machen, welche du besuchen möchtest. Die meisten Schlösser haben über den Winter geschlossen. In der Hauptsaison wiederum haben viele verlängerte Öffnungszeiten.

Für die Schlösser, die sich teilweise beinahe wie Perlen an einer Schnur reihen, wird sehr viel Werbung gemacht. Informationen gibt es unterwegs durch Plakate, zudem lohnt sich ein Reiseführer. Tourismusbüros haben ebenfalls viele Unterlagen und Tipps parat.

Die Schlösser bieten sehr unterschiedliche Angebote: Beeindruckende Architektur, prunkvolle Einrichtungen, wunderschöne Gartenanlagen, Wasserschlösser, Themenschlösser, Angebote für Kinder, und vieles mehr. So findest bestimmt auch du deine Favoriten.

Die Zufahrten sowie auch Parkplätze und Eintrittsprozesse sind sehr gut organisiert. Auf den Parkplätzen dürfen Wohnmobile gegen ein Entgelt oft während 24 Stunden  stehen bleiben.

In Amboise gibt es einen Miniaturpark der Loireschlösser. 44 Exemplare sind im Massstab 1:25 aufgebaut. Hier bekommst du einen tollen Überblick!

Chambord

 

5 Kinder

Campingplätze sind für Kinder immer super. Oft gibt es auch eine kindgerechte Infrastruktur mit Spielplätzen oder – ein bisschen seltener – sogar einem Pool.

Stellplätze sind oft Parkplätze direkt an der Hauptstrasse, und die Wohnmobile stehen dicht an dicht. Ein Übernachten ist so zwar sehr kostengünstig, aber für bewegungsfreudige Kinder nicht zu empfehlen.

Die Schlösser bieten sehr viel für Familien mit Kindern. Die Einrichtungen zeigen das frühere Leben, in den Gärten darf auch einmal herumgerannt werden, und oftmals gibt es spezielle Animationsprogramme mit Rollenspielen.
In vielen Schlössern ist jedoch die Nutzung eines Kinderwagens nicht möglich. Für Babys empfehle ich ein Tragetuch, für Kleinkinder einen leichten Buggy, der auch einmal eine Schlosstreppe hochgetragen werden kann.

Daneben gibt es viele andere Sehenswürdigkeiten und Angebote, wie Zoos oder spezielle Museen. Die meisten sind gut bis sehr gut auf Kinder ausgerichtet.

Das Radnetz ist teilweise sehr gut ausgebaut. Fahrten mit Kindersitz oder –anhänger sind so gut möglich, aber auch selber fahrende Kinder können den Eltern um die Ohren flitzen.

Ab Nantes ist die Loire für grössere Schiffe nutzbar. Eine Schifffahrt ist eine weitere tolle Ausflugsmöglichkeit.

 

6 Fahrrad

Unbedingt mit müssen Fahrräder. Die meist sehr ebene Region bietet sich geradezu an für gemütliche Radeltouren. Radwege sind jedoch nicht überall vorhanden, aber kleine Strassen können gut befahren werden.

Praktisch ist, wenn du Proviant oder Picknick in einer Fahrradtasche verstauen kannst. Oft entdeckt man wunderschöne Stellen, die zum Verweilen einladen. Dann kannst du Vögel beobachten oder Blumen bewundern, und die Kinder Steine sammeln und Treibholz zu Kunstwerken zusammenbauen. Dann schmeckt ein Picknick noch viel besser!

Praktisch ist das Velo auch für den Einkauf. Auf den kleineren Campingplätzen oder bei Stellplätzen gibt es oft keine Läden. Mit dem Velo kannst du schnell in den nächsten Ort oder zum nächsten Einkaufszentrum fahren.
Nimm eine Velotasche oder einen Rucksack mit, so dass du die Sachen gut transportieren kannst. Das Angebot an feinen Sachen ist gross!

 

7 Sprache

Auf Campingplätzen und in den Städten kannst du dich auf Englisch unterhalten. Eher seltener ist Deutsch anzutreffen.

Aber: Die Franzosen sind stolz auf ihre klingende Sprache! Wenn du ein paar Brocken Französisch kannst, machst du dich sofort beliebt. Es ist nicht wichtig, wie gut dein Französisch ist, sondern dein Wille zählt!  Die Franzosen sind eher verschlossen, und vor allem ältere Generationen sprechen keine Fremdsprachen. Mit einem freundlichen Bonjour und ein paar Brocken Französisch öffnest du aber sofort ihre Herzen, und der Rest des Gesprächs wird mit Händen und Füssen und viel Humor fortgesetzt.



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